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Literatur in der SBZ/DDR. Bibliographische Annalen 1945–1990

Als eine zentrale Quelle für Veröffentlichungen von Autor*innen in der DDR nutzen wir im Projekt die „Bibliographischen Annalen“ zur Literatur in der SBZ/DDR. Diese verzeichnen mit dem Anspruch der Vollständigkeit die in der SBZ/DDR von 1945 bis 1990 veröffentlichte belletristische Literatur, einschließlich literarischer und kultureller Zeitschriften sowie ausgewählter literaturwissenschaftlicher Arbeiten. Die „Annalen“ wurden Ende der 1970er Jahre von einer Arbeitsgruppe am Zentralinstitut für Literaturgeschichte der Akademie der Wissenschaften der DDR unter der Leitung von Herbert Jacob begonnen und nach 1990 an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften fortgeführt. 2021 erschien die neue Ausgabe bei de Gruyter: rund 44.000 Titel aus fünfundvierzig Jahren, jahresweise nach Gattungen geordnet, in sechs Bänden mit knapp viertausend Seiten, dazu zwei Registerbände.

Projektmitarbeiter Thomas Möbius rezensierte die „Annalen“ für die „Zeitschrift für Germanistik“, Heft 2022/2.

Für eine größere Ansicht der Rezension klicken Sie bitte hier.

Ein Kritikpunkt ist zu ergänzen. In den „Annalen“ werden für Sammelpublikationen auch die einzelnen Beiträger*innen aufgeführt. Damit sind, wie in der Rezension benannt, u. a. Netzwerkanalysen auf Basis von Publikationsbeziehungen möglich: Welche Autor*innen treten zusammen in welchen Konstellationen auf? Wer ist an welchen Anthologien, Zeitschriften etc. beteiligt? Über diese Publikationsnetzwerke und gemeinsamen Verlagsbeziehungen lassen sich wiederum feldbezogene Verortungen und Gruppenzuordnungen von Autor*innen vornehmen (siehe den Beitrag „Möglichkeiten für Datenzugriff und Visualisierung“, Abschnitt „Netzwerke als Analysegegenstand“). In den „Annalen“ sind jedoch, wie sich bei näherer Betrachtung zeigt, nicht für alle Sammelpublikationen die einzelnen Beiträger*innen erfasst. Und es ist auch nicht ersichtlich, ob dem eine bestimmte Auswahl zugrunde liegt oder es dem Zufall geschuldet ist. Das beeinträchtigt die Nutzung der „Annalen“ als Datengrundlage für entsprechende Netzwerkanalysen.